Anton Marik - GMD 1996-2000

Anton Mariks Werdegang begann in Wien, wo er ab dem achten Lebensjahr seine musikalische Grundausbildung bei den Wiener Sängerknaben erhielt. Nach seinem Studium in den Fächern Dirigieren, Komposition und Orgel sammelte Marik erste Erfahrungen als Klavierbegleiter, Chor- und Orchesterleiter. Feste Engagements als Chefdirigent, Kapellmeister und letztlich Generalmusikdirektor führten ihn nach Klagenfurt, Linz, Bielefeld, Kassel, Heidelberg und schließlich Dortmund.

© Jürgen Wassmuth, Dortmund

Durch Moshe Atzmons vorzeitiges Ausscheiden aus seinem Vertrag musste schleunigst ein Nachfolger für den Posten des GMD gefunden werden. Als Retter aus der schwierigen Lage im städtischen Musiktheater- und Konzertleben trat Anton Marik hervor, der schon in der Interims-Spielzeit 1994/95 einige Dirigate in der Oper und im Konzert übernommen hatte. So vollendete er 1994 mit der „Götterdämmerung“ die auch überregional vielbeachtete Dortmunder Neufassung des vierteiligen „Ring des Nibelungen“. Die zweimalige Gesamtaufführung des Aufführungszyklus unter Mariks musikalischer Leitung wurde zur Krönung einer mehrjährigen Arbeit auch für den Regisseur Heinz Lukas-Kindermann und den Intendanten Horst Fechner. Fechners Nachfolger als Generalintendant wurde John Dew, der im Musiktheater neue programmatische Akzente setzte. Der „inszenierende Intendant“ war bereits bekannt für seine bundesweit aufsehenerregenden Regiearbeiten und machte die in Deutschland wenig gespielten Opern der französischen Romantik zu einem roten Faden seines Schaffens in Dortmund. Unter der musikalischen Leitung von Anton Marik erreichten seine Inszenierungen überregionale Beachtung und überwiegendes Lob.

Ungebrochen blieb die Beliebtheit der zehn philharmonischen Konzerte pro Spielzeit, wie auch die vier Jugend- und Kinderkonzerte, die fortan in Doppelvorstellungen im Opernhaus stattfinden mussten. Und auch als Friedensbotschafter war das Orchester tätig: im Juni 1996 traten sieben Musiker zu einer Konzertreise nach Japan an, um in Hiroshima und Tokio mit 50 Kolleginnen und Kollegen aus japanischen Orchestern für die Strahlenopfer von Hiroshima zu spielen. Außerdem überreichten sie einen Scheck über 35000 Mark – der Erlös der CD-Aufnahme des Hiroshima-Konzerts vom Juni 1993 im Dortmunder Opernhaus.

(Text von Thomas Rink und Jennifer Woda, aus: Heimat Dortmund, Stadtgeschichte in Bildern und Berichten - 125 Jahre Dortmunder Philharmoniker)