Marek Janowski - GMD 1975-1979

1939 in Warschau geboren, aufgewachsen und ausgebildet in Wuppertal, führte Marek Janowskis künstlerischer Weg über Korrepetitoren- und Kapellmeistertätigkeiten in Aachen, Köln, Düsseldorf und Hamburg zu Engagements als Generalmusikdirektor nach Freiburg im Breisgau und schließlich nach Dortmund. Der damals 35-jährige stand am Anfang einer steilen Karriere, und gehört bald zu den gefragtesten Dirigenten im Inland und europäischen Ausland.

© Theater Dortmund

Gleich nach seinem Einstand in Dortmund als Orchester- und Operndirigent würdigten auch viele große Zeitungen und Fachzeitschriften der Bundesrepublik die Leistungen des Orchesters und seines jungen Chefs. Janowski setzte sich ausdrücklich für bewährte Werke der Moderne in Konzert und Oper ein. So bot das Orchester Erstaufführungen von Arnold Schönberg, György Ligeti, Witold Lutoslawski und Bernd Alois Zimmermann; hinzu kam auch die klassischere Moderne von Strawinsky und Bartók und auch die konsequente Pflege des sinfonischen Werks von Gustav Mahler.

Die Treue und das wachsende Interesse des Publikums spiegelte sich in den Zuschauerzahlen wieder: ab der Saison 1977/78 fanden die zehn philharmonischen Konzerte jeweils dreimal im vollbesetztem Großen Haus statt. Eine Neuerung wurden die konzertanten Aufführungen von Opern im Rahmen der Philharmonischen Konzerte: Webers „Euryanthe“, Richard Wagners „Rienzi“, Mozarts „Titus“ und Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“ – alles auf der Bühne heute kaum noch realisierbare Werke – folgten in den Jahren bis 1979. Zusammen mit Generalintendant Paul Hager realisierte Janowski im Theater die Gesamtaufführung von Richard Wagners „Ring“ – eine kontinuierliche Großtat, bei der das Orchester besonders gefordert wurde. 1977 wurde auch die Neuinszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ eine neue Sternstunde für das Team Janowski/Hager, wie für die Solisten und das Orchester.

Allerdings verabschiedete sich Janowski zwei Jahre später vorzeitig aus Dortmund. Gründe hierfür sollen zum einen gelegentliche Missstimmungen und Differenzen zwischen ihm und Paul Hager, dem Chefdisponent, und Intendantenvertreter Dieter Geske gewesen sein; zum anderen boten attraktive In- und Auslandsangebote zu Gastspielen in Opernhäusern, Konzertzyklen, Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen Grund für Janowski, Dortmund den Rücken zu kehren.

(Text von Thomas Rink und Jennifer Woda, aus: Heimat Dortmund, Stadtgeschichte in Bildern und Berichten - 125 Jahre Dortmunder Philharmoniker)