3. Konzert für junge Leute - Soundtrack: Krieg

Montag, 24. Juni 2019 - 19.00 Uhr, Konzerthaus Dortmund

Konzert für junge und junggebliebene Klassikfans

Motonori Kobayashi, Dirigent | Sebastian 23, Moderation

© Marcel Schaar

Kanonenschläge, marschierende Soldaten, die Liebe zur Heimat, Patriotismus, Trauer, Wut und die Sehnsucht nach dem Frieden – Kriege wischen jede Normalität hinweg, zerstören den Alltag und beeinflussen Kultur und Musik. So hat jeder Krieg seinen Soundtrack: Komponisten verarbeiten ihn in ihren Werken, beschreiben Erlebtes durch die Musik und lassen uns nicht vergessen.

Am 22. Juni 1941 überfällt die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion, bereits im September erreicht sie Leningrad. Strategisch ist die Stadt unbedeutend, aber wegen des prestigeträchtigen Namens soll sie unbedingt eingenommen werden. 871 Tage lang belagern die Deutschen das heutige Sankt Petersburg. Dort steckt auch der Komponist Dmitri Schostakowitsch fest. Er will kämpfen, doch man lässt ihn nicht: Die Künstler seien zu wichtig für die Front. Also komponiert er eine Sinfonie, um den Menschen wenigstens musikalisch Halt zu geben.

Es gibt wohl kaum eine zweite Sinfonie mit einer derart spannenden Geschichte: Nach ihrer Fertigstellung musste die Partitur erst aus der belagerten Stadt hinaus- und später dann wieder hineingeschmuggelt werden. Die Musiker in Leningrad spielten das riesige Werk völlig entkräftet und stemmten den sinfonischen Brocken doch durch ihren puren Willen. Die sowjetische Führung ließ das Konzert mit Lautsprechern in die menschenleere Öde des Belagerungsringes übertragen, als Zeichen des ungebrochenen Willens. Doch die „Leningrader“ war für Schostakowitsch mehr als nur ein patriotisches Manifest gegen den Faschismus. Ihm ging es um eine sinfonische Anklage jeglicher Unrechts- und Schreckensherrschaft. Hört selbst!

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